Ich habe es ja schon geschrieben: Die ersten Schritte meiner kulinarischen Sozialisation fanden in der DDR statt. Einem Land, dass es nicht mehr gibt und dessen Küche heute außerhalb dessen ehemaliger Grenzen auch kaum mehr jemanden zu interessieren scheint. Und die von Mangel an Zutaten und Wettbewerb und einer von oben verordneten Uniformität geprägte offizielle Einheitsküche ist dann auch über weite Strecken heute nicht mehr der Rede wert, wenn man mal von (durchaus legitimen) nostalgischen Gefühlen absieht.
Weiterlesen „In der Küche mit Papa“Feliz ano novo
João kommt jeden Nachmittag zum Fähranleger am Tejo. João heißt wirklich so, wie gefühlt die Hälfte aller männlichen Portugiesen. Er hat seine Gitarre dabei. Und einen kleinen, Akku-betriebenen Verstärker. An einer niedrigen Mauer, direkt mit der Atlantikmündung im Rücken, hat er seinen festen Platz.
Weiterlesen „Feliz ano novo“Mond über der Hansastraße
Seit ich sechs Jahre alt bin, also seit über 30 Jahren, ist kein Monat vergangen, in dem ich keine Musik gemacht hätte. Für mich ist das kein Hobby, es ist einfach etwas, das ich tue. Und ein ganzes Stück weit auch, was ich bin. Vor allem in Zeiten, in denen ich tagsüber viel Denken und Probleme lösen muss, zieht es mich oft noch spät abends ans Schlagzeug. Fast schon eine Droge, die den Kopf aber nicht dicht, sondern schön frei und leer macht. Nach dem Spielen sitze ich gerne ein bisschen an den Bahngleisen, die direkt neben dem Proberaum- Komplex im Münchner Westen verlaufen, und trinke ein kaltes Bier von der Tanke. Heute ist es kurz vor ein Uhr nachts, ich bin verschwitzt und habe Durst. Doch, ich weiss nicht, ob das auch wieder so ein globaler Mangel ist: Heute scheint an allen Tankstellen das gute Bier aus zu sein.
Weiterlesen „Mond über der Hansastraße“Die Letzten
Seit vierzig Jahren wohnen Erna und Erich hier. Sie haben sich auf der Weihnachtfeier des Jagdwaffenkombinats kennengelernt. Er arbeitete in der Fertigung als Graveur, sie in der Verwaltung. Ihr gefiel seine künstlerische Ader, sein handwerkliches Geschick und, das er nicht so roh war, so viel quatsche und soff, wie die anderen Kerle. Er mochte ihre kluge Art, ihre Zuverlässigkeit und Ordnungsliebe.
Weiterlesen „Die Letzten“Impressum
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